
Hannes Durnwalder
Von Weinbergen im Südtirol zu rauen Alpengipfeln im Brandnertal
„Es war die Liebe, die mich hergeführt hat – die zu einer außergewöhnlichen Frau. Und dann ist da das Brandnertal, das mich bleiben ließ. Ein Ort, wo das Persönliche und Heimelige zählen.“ Von den sonnenverwöhnten Weinbergen Südtirols zog es Hannes Durnwalder vor etwa 15 Jahren ins Brandnertal. Eine innige Verbindung zur Landschaft und den hier lebenden Menschen führte dazu, dass er heimisch wurde.
Genuss kennt keine Grenzen - mehr als ein Geschäft
Seine Spezerei in Brand, einst eine unscheinbare Garage, ist heute ein Refugium für Liebhabende der regionalen Kulinarik. Hannes‘ Leidenschaft für Lokales steckt an. „Regionalität ist für mich kein leeres Wort. Sie knüpft an meine eigene Geschichte an und ebenso an jede der Menschen hier, insbesondere der Walser, deren Wurzeln tief in dieser Region verankert sind.“ Die alemannische Volksgruppe kam vor etwa 750 Jahren vom Schweizer Kanton Wallis nach Vorarlberg und besiedelte dort entlegene Täler und hochgelegte Talstufen, so auch das Brandnertal. Hannes legt großen Wert auf lokale Walser Produkte, doch er spannt den Bogen von den Walser Traditionen bis hin zu Weinen aus Südtirol und dem Bodenseeraum. „Regional bedeutet für mich nicht national. So wie die Walser einst weite Wege hierher zurücklegten, ziehe auch ich denselben Radius von 200 Kilometern, ohne dabei Landesgrenzen zu beachten. Wein aus nächster österreichischer Produktion liegt weit entfernt – daher ist ein edler Tropfen vom Bodensee oder aus Südtirol hier durchaus regional.“
Ein Tisch verbindet
Das Herzstück der Spezerei ist ein langer Tisch, an dem sich Geschichten und Menschen begegnen. "An diesem Tisch wird geteilt – Erlebnisse, Geschichten, Brettljausen, Weinflaschen. Das macht unser Dorfleben einzigartig.“, so Hannes. Er erzählt von Einheimischen und Gästen, die hier eine lebendige Gemeinschaft erleben – alle an einem Tisch. Im Gespräch wird schnell klar: Hannes ist mehr als ein Gastgeber. Er versteht sich als Brückenbauer zwischen Althergebrachtem und dem neuen Zeitgeist, als jemand, der Menschen und Kulturen über gewohnte Grenzen hinweg vereint.