Alpe Albona – Bludenzer Alpe

Ein Familienprojekt

Es ist ein Sonntagvormittag auf der Alpe Albona. Der Himmel ist grau, dichter Nebel liegt über der Landschaft und die Berge ringsum sind nicht zu sehen. Das unbeständige Wetter hält jedoch niemanden davon ab, die nötige Arbeit zu erledigen. Heute steht das Abzäunen auf dem Programm. Martin, der Hirte, und seine Frau Vroni bekommen dabei wie so oft an den Sommerwochenenden tatkräftige Unterstützung von der Familie.

Martin kommt klatschnass von draußen in die Hütte, während seine einjährige Enkelin Mia bei ihrer Oma Vroni am Küchentisch sitzt. Vroni schaut liebevoll zu der Kleinen, während Selina, Mias Mutter, am Herd steht und das Mittagessen vorbereitet. Für die ganze Familie gibt es Chili con Carne. Draußen sind Sabrinas Schwester, der ehemalige Kleinhirte Linus – den Vroni schmunzelnd „Leasingkind“ nennt – und weitere Helfer:innen noch immer bei der Arbeit.

Seit 2002 verbringen Martin und Vroni jeden Sommer auf der Alpe, seit 2009 auf der Alpe Albona, die im Besitz der Stadt Bludenz ist und deshalb auch „Bludenzer Alpe“ genannt wird. Die drei mittlerweile erwachsenen Kinder des Paares – Christoph, Sabrina und Selina – sind auf der Alpe aufgewachsen. Bis sie 15 Jahre alt waren, verbrachten sie jeden Sommer hier und halfen als Kleinhirten mit. Auch heute kommen sie regelmäßig mit ihren Partner:innen zu Besuch.

Inzwischen sind alle Helfer:innen zurück in der Hütte, die nassen Sachen hängen zum Trocknen und die Familie sitzt gemeinsam in der warmen Stube. Sonntags wird, wenn möglich, etwas weniger gearbeitet, doch der Alltag auf der Alpe bleibt auch am Wochenende fordernd. Martin, der zu Beginn des Sommers mit Knieproblemen zu kämpfen hatte, ist froh über jede Hilfe. Selbst der Familienhund unterstützt ihn tatkräftig, wie er erzählt.

Die obere Alphütte wurde in den letzten Jahren von der Stadt Bludenz immer wieder renoviert, und Martin fühlt sich hier oben besonders wohl. Das Leben in der Natur bedeutet ihm viel. Doch bald wird es Zeit, alles, was nicht mehr gebraucht wird, einzuräumen. Für die letzten Tage der Alpzeit wird Martin in die untere Bludenzer Alpe ziehen, während der Sommer sich dem Ende zuneigt.

Ob nach dem Mittagessen noch weiter draußen gearbeitet wird, entscheidet Martin später. Drinnen ist es warm und gemütlich, draußen hängt der Nebel immer noch tief – und wie immer auf der Alpe richtet sich das Leben ganz nach den Launen der Natur.