Alpe Nenzigast

Tradition, Präzision und Natur

Es ist ein stiller Morgen auf der Alpe Nenzigast. Rauchschwaden steigen aus dem Kamin von Peters Alphütte, die nicht nur das Zuhause der Alpleute, sondern auch die Sennstube beherbergt. Die Hütte liegt noch im Schatten der umliegenden Berge, während der Gebirgsbach in der Nähe laut und deutlich plätschert. Hier oben gibt es kaum Handyempfang – die Verbindung zur Außenwelt ist minimal.

Peter, der Pächter der Alpe, trägt viele Rollen: Er ist Senner, Melker und Hirte zugleich. Sein Tag beginnt früh morgens um 5:00 Uhr. Eine halbe Stunde später steht er bereits im Stall, zusammen mit Regina, der Praktikantin, die Agrarwissenschaften studiert hat. Gemeinsam beginnen sie die Arbeit mit dem Melken der Kühe.

Um 7:00 Uhr fließt die frisch gemolkene Milch aus dem Stall direkt in den großen traditionellen Kupferkessel, der auf der Alpe seit Generationen genutzt wird. Mit Fichten- und Tannenholz, das in der Umgebung wächst, wird der Kessel erhitzt. Nach etwa 35 Minuten schneidet Peter die inzwischen dick gewordene Milchmasse mit der Harfe, einem Spezialwerkzeug zur Käseherstellung. Jede Handlung wird sorgfältig auf einem Blatt Papier notiert.

Danach, um etwa 9:00 Uhr, treffen sich alle zum Frühstück. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Barbara, Tochter Lorena und Praktikantin Regina genießt Peter eine kurze Pause. Doch schon bald geht es weiter, denn die Käseproduktion erfordert volle Aufmerksamkeit. Präzision ist hier entscheidend: Sobald die Käsemasse die ideale Temperatur erreicht hat, holt Peter sie mit einem Senntuch aus dem Kessel. Die zurückbleibende Molke wird an die Alpschweine verfüttert. Aus 13 Litern Milch entsteht ein Kilo Alpkäse, und ein ganzer Käselaib bringt es auf beeindruckende 28 Kilogramm.

Nachdem die Laibe geformt sind, ruhen sie zunächst in einer Salzlake, bevor sie in den traditionellen Alpkäsekeller kommen. Dort reifen sie unter optimalen Bedingungen und werden regelmäßig gepflegt. Jeder Laib trägt das Datum seines Produktionstages.

Während Peter in der Sennstube arbeitet, widmet sich Barbara anderen Aufgaben. Sie backt frisches Brot im Holzofen vor der Hütte und bewirtet die Gäste, die auf die Alpe kommen. Tochter Lorena ist oft mit dabei, und so auch der Familienhund Dexter, ein Berner Sennenhund.

Nachmittags stehen weitere Arbeiten an, bevor der Tag mit Abendessen und einer letzten Stallrunde nach etwa 16 Arbeitsstunden endet.

Die Alpe Nenzigast ist mehr als nur ein Arbeitsplatz – sie ist ein Ort der Entschleunigung und der tiefen Verbindung zur Natur. Hier können Gäste die Stille der Berge genießen, das traditionelle Leben auf einer Alpe erleben und den unvergleichlichen Geschmack des handgemachten Alpkäses mitnehmen, der die Liebe und Hingabe spürbar macht, die in jedem Laib steckt.

Die Alpe Nenzigast ist ein Ort, der Gäste einlädt, die Ruhe der Berge und den Geschmack des handgemachten Alpkäses zu erleben.