Die grünen Kraftpakete unserer Wiesen

Auf Wildkräutersuche mit Silvia Fritz

Mit einem kleinen Korb in der Hand und einem freundlichen Lächeln im Gesicht begrüßt mich Silvia Fritz an einem sonnigen Frühlingsmorgen bei ihr zu Hause in Wald am Arlberg. „Heute sammeln wir verschiedene Wildkräuter für einen bunten Frühlingssalat“, ruft sie mir entgegen und schon spazieren wir gemeinsam zur großen Wiese, nur wenige Meter hinter ihrem Haus. 

„Wildkräuter wachsen fast überall“, erklärt die Naturliebhaberin und bückt sich, um kleine Löwenzahnblätter abzuzupfen. Behutsam legt sie die Blätter in ihren Korb und erzählt, dass sie das meiste Wissen über Wildkräuter bereits als Kind von ihrer Mutter vermittelt bekam. „Meine Familie hatte wenig Geld und so bediente sich meine Mutter stets an den Schätzen der Natur. Uns Kinder nahm sie mit, damit wir ihr beim Pflücken der Kräuter helfen konnten. Aus Löwenzahn wurde dann Spinat gekocht.“ 

 

Klein aber oho! Die grünen Nährstoffbomben

Silvia pflückt nur junge und zarte Blätter von ungedüngten Wiesen, abseits der Straße. „Dort sind die Kräuter am besten und gesündesten“, so Silvia. Diese zarten Pflänzchen sind wahre Kraftpakete, reich an Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen. 

Heute prägt es ihr Lebensgefühl, das zu nutzen, was die Natur direkt vor der Haustür bietet.

„Ich bin beinahe täglich in der Natur unterwegs. Mit dabei ist immer ein kleines Papiersäcklein in der Hosentasche für Kräuter, die ich unterwegs finde“, erzählt Silvia. Das Gesammelte verarbeitet sie dann zuhause zu Salzen, Essigen, Tees oder Salaten. Seit 25 Jahren ernährt sich Silvia vegetarisch und ist stets auf der Suche nach kreativen Ideen für den Teller. „Wildkräuter sind nicht nur sehr gesund, sondern auch wohlschmeckend und dekorativ im Gericht“, so Silvia. 

Während wir am Rande der Wiese entlangspazieren, halten wir immer wieder an, um Gänseblümchen, Milzkraut, Schafgarbenblätter oder Labkraut zu sammeln. Das Körbchen füllt sich und bei jeder Pflanze erklärt mir Silvia die gesunde Wirkung auf unseren Körper und unser Wohlbefinden.

Ich bin fasziniert von den großartigen Eigenschaften der Wildkräuter, die ich bisher kaum beachtet habe. Das Labkraut wirkt antibakteriell, hilft gegen Entzündungen und hemmt sogar die Bildung von Krebszellen. Schafgarbenblätter unterstützen bei Verdauungsproblemen und Appetitlosigkeit, während das Milzkraut dank seiner Bitterstoffe beruhigend auf das Herz wirkt.

Unkraut oder Kraftpflanze?

Auch rundum ihr Haus wächst Verschiedenes, manches davon würden Laien vermutlich als Unkraut einstufen, wie beispielsweise die Vogelmiere. Doch Unkraut ist diese Pflanze keinesfalls. Sie wirkt entzündungshemmend, verdauungsfördernd und ist ein richtiges Gesundheitskraftwerk. „Anstatt es zu vernichten, sollte man es essen“, lacht Silvia. 

Frühlingssalat mit Power-Grün

Zurück bei Silvia bereiten wir gemeinsam in ihrer Küche den Frühlingssalat zu. Neben verschiedenem Gemüse und Obst, schneiden wir auch die Wildkräuter klein und vermengen es mit Kernen und einem Essig-Öl-Dressing in einer Schüssel. „Man kann verwenden, was gerade zuhause ist. Ich bevorzuge regionale und saisonale Zutaten“, erklärt Silvia, während sie den Salat auf zwei Teller anrichtet. Zum Schluss fügen wir Veilchenblüten aus dem Garten zur Dekoration hinzu – und fertig ist unser bunter Energiestoß aus der Natur. 

Dieser morgendliche Wildkräuterspaziergang mit Silvia Fritz zeigt eindrucksvoll, wie reich die Natur vor unserer Haustüre ist und wie man mit diesen grünen Kraftpaketen unser Essen einfach und schnell in wahres Power-Food verwandeln kann, das zudem köstlich schmeckt.  

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