Satteinser Alpe

Ruhe im Verwall

Oberhalb des Nenzigasttals, im Natura 2000-Schutzgebiet Verwall, liegt die Satteinser Alpe. Es ist ein klarer Sommermorgen. Die Sonne wirft ihre ersten Strahlen auf die Alphütte, die auf einer Anhöhe, auf 1.714 Metern Seehöhe steht. Die Satteinser Alpe ist nur zu Fuß erreichbar, dementsprechend selten kommen Gäste vorbei. Es ist ruhig. Vor der Hütte wehen zwei Fahnen – eine österreichische und eine schweizerische. Miriam, eine gebürtige Klostertalerin, ist die Pächterin der Alpe, ihr Partner Urs stammt aus der Schweiz und ist Hirte.

Von Mitte Juni bis Mitte September verbringen die beiden den Alpsommer hier. Während Miriam unter der Woche im Tal arbeitet und an den Wochenenden auf die Alpe kommt, bleibt Urs die gesamte Zeit über hier. Gemeinsam kümmern sie sich um 28 Pferde, 58 Mutterkühe mit Kälbern, zehn Ziegen, sechs Esel, acht Hühner und den jungen Kater Mäxle, der als Liebling der beiden besonders verwöhnt wird.

Urs’ drei Kinder – Janick, Alina und Annika – verbringen jedes zweite Wochenende auf der Alpe. Janick hilft seinem Vater gerne bei den Kühen und Ziegen, während Alina und Annika sich lieber um die Pferde kümmern. Urs betont, wie wichtig es sei, die Kinder in den Alptag einzubinden.

Kein Tag gleicht dem anderen, denn das Wetter bestimmt die Arbeit. Der Tag beginnt früh: Mit dem Hirtenstock in der Hand machen sich Urs und Miriam morgens auf den Weg zu den Mutterkühen, später zu den Pferden, Eseln und Ziegen, die mit ihren Glocken sofort Alarm schlagen, sobald jemand kommt.

Neben der Betreuung der Tiere gehört auch die Pflege der Zäune zu ihren Aufgaben, da diese immer wieder von Wildtieren beschädigt werden. Insgesamt 17 Kilometer Zaun müssen hier auf einer Seehöhe von 1.600 bis 2.300 Metern instand gehalten werden. Es ist eine weitläufige Alpe, und man ist viel unterwegs.

Für Miriam und Urs ist die Satteinser Alpe mehr als nur ein Arbeitsplatz. Sie ist – fernab der Hektik des Alltags – ein Ort der Ruhe und des harmonischen Zusammenlebens.