
Alpe Formarin
Ein starkes Team im Zugertal
Am Ende des Zugertals, nahe dem Formarinsee, liegt die Alpe Formarin. Vor der Alphütte auf 1.871 Metern Seehöhe entspringt der 125 Kilometer lange Lech, der auch Ausgangspunkt des Lechwegs ist – ein Wanderweg, der die Wandernden auf eine besondere Reise entlang des Flusses mitnimmt. Tagsüber herrscht reger Betrieb durch Wandernde und Biker:innen, doch trotz des Andrangs bewahrt die Alpe ihren Charme.
Seit dem Sommer 2024 bewirtschaften Daniel und Lara die Alpe Formarin gemeinsam. Kennengelernt haben sie sich auf der Alpe Spora im Montafon: Er war Hirt, sie Köchin. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine Partnerschaft – sowohl beruflich als auch privat. Unterstützung erhalten sie von Laras elfjährigem Neffen Aurel.
Ein typischer Tag der drei beginnt früh, oft schon um 6:00 Uhr. Täglich müssen die Tiere gezählt und begutachtet werden, selbst an einem regnerischen und windigen Morgen wie heute. Fast 200 Rinder grasen auf den weitläufigen Flächen der Alpe. Mit geübtem Blick überprüfen Daniel und Aurel zweimal täglich die Gesundheit der Tiere und legen dabei bis zu 30 Kilometer und 1.700 Höhenmeter zurück – ein anstrengender, aber erfüllender Tag.
Währenddessen kümmert sich Lara um die Gäste, die vor der Hütte Platz nehmen. Neben der Bewirtung legt sie großen Wert darauf, den Besuchenden die Bedeutung des Alplebens und der Land- und Alpwirtschaft näherzubringen. Sie erklärt, woher die Milch stammt und wie sie weiterverarbeitet wird. An der Art der Bewirtung hat sich seit früher kaum etwas geändert: Der Abwasch erfolgt von Hand, ein Geschirrspüler fehlt, die Getränke werden in Flaschen serviert, und E-Bike-Ladestationen sucht man hier vergeblich.
Die Arbeit auf der Alpe ist ein echtes Familienprojekt. Wenn Verwandte zu Besuch kommen, packen alle mit an – sei es beim Kuchenbacken, Abwaschen oder beim Hüten der Tiere. Für den jungen Kleinhirten Aurel ist es ein Sommer voller Herausforderungen, aber auch voller Abenteuer.
Daniel und Lara planen, auch im nächsten Sommer auf die Alpe Formarin zurückzukehren. Dann vielleicht sogar mit ein paar Kühen im Stall, um den Gästen noch besser zeigen zu können, wie Milchprodukte entstehen.